Heiligkeit ist nicht neutral.
Sie fügt sich nicht in die Werte dieser Welt ein und lässt sich nicht harmonisch mit ihrem Denken verbinden. Wahre Heiligkeit – die Heiligkeit Gottes – ist anstößig, weil sie Sünde offenlegt, Gottes Gerechtigkeit ernst nimmt und eine klare Grenze zieht zwischen denen, die Christus nachfolgen, und denen, die es nicht tun.
Darum suchen viele nach einem Christentum, das akzeptabel ist: eines, das niemanden stört, nicht überführt und nicht zur Umkehr ruft. Doch ein solches Christentum ist nicht das Christentum der Heiligen Schrift. Der Gott der Bibel ist heilig, und seine Heiligkeit ist kein harmloses Attribut, sondern ein verzehrendes Feuer. Wer sich Ihm nähert, wird nicht bestätigt, sondern gereinigt.
„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“
(Hebräer 12,14)
Heiligkeit ist keine optionale Zugabe für besonders engagierte Christen. Sie ist untrennbar mit dem christlichen Leben verbunden. Nicht als Voraussetzung der Rechtfertigung, sondern als notwendige Frucht der Gnade. Wo Christus rettet, dort heiligt Er auch.
Darum ist es eine ernste Angelegenheit, wenn jemand bekennt, Christus zu gehören, aber kein Verlangen nach Heiligkeit kennt, keine Abneigung gegen Sünde verspürt und keinen Kampf gegen das Alte führt. Die Schrift fordert uns auf, uns selbst zu prüfen, ob wir im Glauben stehen.
Die Welt hasst Heiligkeit
Die Welt ist gegenüber Heiligkeit nicht gleichgültig – sie ist ihr feindlich gesinnt. Jesus selbst hat das unmissverständlich gesagt:
„Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.“
(Johannes 15,18)
Warum diese Feindschaft? Weil Heiligkeit Licht ist. Und Licht entlarvt die Finsternis. Die Gegenwart Christi war für viele nicht bloß irritierend, sondern unerträglich. Seine Heiligkeit deckte Sünde auf, zerstörte Selbstgerechtigkeit und ließ keine Ausflüchte zu. Darum lehnten sie Ihn ab – bis hin zum Kreuz.
„Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht.“
(Johannes 3,19)
Heiligkeit nimmt dem Menschen die Grauzonen, in denen er sich verstecken möchte. Sie stellt vor eine Entscheidung: Unterwerfung unter Gott oder fortgesetzte Rebellion. Einen neutralen Raum gibt es nicht.
Der Preis der Heiligkeit
Wer Heiligkeit anstrebt, wird Widerstand erfahren. Nicht nur von der Welt, sondern oft auch aus den eigenen Reihen. Heiliges Leben wird schnell als lieblos, extrem oder eng bezeichnet. Doch biblische Heiligkeit ist kein Gesetzesdienst und keine moralische Selbsterlösung. Sie ist das Werk Gottes an einem Menschen, den Er bereits aus Gnade gerechtfertigt hat.
„Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden.“
(2. Timotheus 3,12)
Wer den Frieden mit der Welt um jeden Preis sucht, wird ihn nur durch Kompromisse finden: durch Schweigen, wo Wahrheit nötig wäre; durch Anpassung, wo Gehorsam gefordert ist; durch Duldung der Sünde, wo Flucht geboten wäre. Ein solcher Glaube wird kaum Anstoß erregen – aber auch kaum Frucht bringen.
Die Welt hasst keine Christen, die ihr ähnlich geworden sind. Sie fürchtet nur solche, in denen sichtbar wird, dass Gott Leben verändert.
„Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes.“
(Römer 12,2)
Heiligkeit verlangt Absonderung
Heiligkeit bedeutet mehr als das bloße Meiden einzelner Sünden. Sie ist eine positive Hingabe an Gott. Wer Christus gehört, gehört Ihm ganz. Darum ruft Gott sein Volk zur Absonderung auf:
„Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr.“
(2. Korinther 6,17)
Diese Absonderung ist kein Rückzug aus der Welt, sondern eine klare innere Trennung. Ein Christ kann nicht zugleich an Christus festhalten und an der Welt hängen. Jesus selbst macht deutlich:
„Niemand kann zwei Herren dienen.“
(Matthäus 6,24)
Wo die Liebe zur Welt wächst, wird die Liebe zu Gott schwächer. Darum ist Selbstprüfung notwendig. Nicht um sich selbst zu retten, sondern um zu erkennen, ob unser Bekenntnis von einem erneuerten Herzen getragen wird.
Die Schönheit der Heiligkeit
Und doch: Heiligkeit ist keine düstere Last. Sie ist gut. Sie ist schön. Sie ist Ausdruck der Freiheit, die Christus schenkt. Die Welt hält Sünde für Freiheit und Heiligkeit für Einschränkung – doch in Wahrheit ist es umgekehrt. Sünde versklavt. Heiligkeit befreit.
„Vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle.“
(Psalm 16,11)
Heiligkeit bedeutet, Christus ähnlicher zu werden. Und darin liegt wahre Freude. Am Ende steht nicht Verlust, sondern Gewinn: Gemeinschaft mit dem heiligen Gott selbst.
„Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“
(Matthäus 5,8)
Ein ernster und tröstlicher Aufruf
Heiligkeit war immer anstößig. Das wird sich nicht ändern. Doch unsere Berufung bleibt bestehen. Nicht aus eigener Kraft, sondern aus der Gnade Gottes heraus. Schäme dich nicht für ein heiliges Leben. Suche nicht die Anerkennung der Welt. Fürchte ihr Urteil nicht.
Wenn du Christus gehörst, dann gehört deine Zukunft nicht dieser Welt.
„Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“
(Matthäus 5,10)
